Mitgliederversammlung wählte neuen Vorstand

„Auf die Lebenshilfe Mainz-Bingen kommen in den nächsten Jahren hohe Anforderungen zu, aber mit der Bündelung aller Kräfte sind sie zu bewältigen.“ Mit dieser  positiven Einschätzung eröffnete der neue Vorsitzende  Michael Hartwig am 30. November seine Amtszeit an der Spitze des Elternvereins. Hartwigs Vorgänger Jürgen Fuchs, der die Lebenshilfe Mainz-Bingen 15 Jahre lang geleitet hatte, trat nicht mehr zur Wahl an.

In den Berichten des Vorstands und der Geschäftsführerin Eveline Häusler war zuvor deutlich geworden, dass der Verein auf solider Basis steht. Häusler betonte, die Ära Fuchs sei geprägt von Wachstum und vielen Erfolgen. Mit sieben großen Veranstaltungen, die von einer Ausstellung mit Bildern von Menschen mit geistiger Behinderung bis hin zur großen Jubiläumsfeier anlässlich des 50jährigen Bestehens reichten, habe die Lebenshilfe 2010 viel Präsenz in der Öffentlichkeit bewiesen. Neue Wege wurden 2011 mit der Eröffnung einer Seniorentagesstätte beschritten. Damit habe man dem demografischen Wandel Rechnung getragen, der sich auch bei Menschen mit geistiger Beeinträchtigung abzeichne.

Neue gesetzliche Regelungen wie die Kommunalisierung im Leistungsbereich machten es nun notwendig, sich noch mehr als bisher als Interessenverband zu betätigen. Im Hinblick auf die Notwendigkeit, auch Menschen mit erhöhtem Betreuungs- und Pflegebedarf verstärkt ambulant zu versorgen, habe die Lebenshilfe ein wichtiges Wächteramt. „Die Ambulantisierung darf nicht zum Sparmodell werden“, warnte Eveline Häusler.

Für die nächsten Jahre plant die Lebenshilfe Mainz-Bingen größere Investitionen, die die Lebensqualität der von ihr betreuten Menschen mit geistiger Beienträchtigung erheblich verbessern werden. So ist vorgesehen, die Wohnstätten zu modernisieren, Zweibettzimmer zu Einzelzimmern umzubauen und auf dem Gelände neben dem „Haus der Begegnung“ in Mainz-Bretzenheim zehn „Schulungswohnungen“ zu errichten. Dort sollen Wohnstättenbewohner auf ein selbständiges Leben in den eigenen vier Wänden vorbereitet werden.

Dass die bei der Lebenshilfe Mainz-Bingen lebenden Männer und Frauen ihre eigenen Interessen selbstbewusst vertreten, zeigte der Bericht des gewählten Bewohnerbeirats. Wie dessen Sprecher Markus Kaltenbach ausführte, bringt das Gremium Ideen ein, gibt Anregungen für Anschaffungen, plant und gestaltet Feste oder Discos und arbeitet in den Behindertenbeiräten der Stadt Mainz und des Kreises Mainz-Bingen mit.

Einen positiven Bericht gab auch die Vorsitzende der Stiftung Lebenshilfe Mainz-Bingen, Elisabeth Voigt-Ossendorf. Nach ihren Worten konnte im abgelaufenen Jahr allen Anträgen auf Unterstützung zeitnah, zielgerichtet und fast unbürokratisch entsprochen werden.

Bei den Wahlen zum Vorstand gab es nicht nur eine Änderung in der Spitzenposition; auch andere Ämter wurden neu besetzt. Zweiter Vorsitzender ist jetzt Moritz Mergen, Kassenführer Werner Rahn. Als Beisitzer wurden Manfred Fey und Walpurga Kiefer-Kleinfelder wiedergewählt.